...als immer nur Flugzeuge. Bei den Flugzeugmodellen hält man sich immer an sehr genaue Vorgaben. Von der Form bis hin zu der Bemalung ist da wenig Spielraum für die eigene Fantasie. Da ist so ein Modell wie das von der "Ville Fantasique" mal eine Abwechslung. Während dem Bau kamen immer wieder neue Ideen dazu. Aber auch noch ein paar andere Ideen haben Spaß gemacht, sie im Modell umzusetzen.
Im Sommer 2026 war im Frankfurter Städel die Ausstellung: "Monets Küste, Die Entdeckung von Étretat". In "le Gaulois" vom 21.8.1885 war in dem Artikel "Chronique des Plages, Étretat" zu lesen:
"Zu den sonderbarsten Dingen dort gehört wohl die Anzahl von Malern, die vormittags am Strand ihre Pinsel am Meer und den Felsen erproben. Wenn man am Kieselstrand entlanggeht (...), trifft man auf zehn, fünfzehn, zwanzig, fünfzig solcher Künstler, die sich verpflichtet fühlen, das klassische Étretat zu malen. Amerikaner, Engländer, Strickwarenhändler, Schüler in Ferien, Schwiegersöhne und Schwiegermütter, alle Welt malt in Étretat."
Von den vielen Gemälden, die hier im Städel zu bewundern waren, hat mir eines besonders gefallen: "Seebad in Étretat" von Eugène Le Poittevin. Das auf Wagenrädern montierte und ins Meer geschobene Sprungbrett hat mich gereizt, es als Vorlage für ein kleines Diorama zu nehmen.
Es ist eine lange Tradition, dass Gudrun für Heiligabend selbst eine leckere Remouladensoße macht. Mit Roastbeef und Toastbrot wird das seit Jahren von der ganzen Familie geschätzt. Dreißig Eier werden dafür benötigt, 20 hart gekocht und 10 roh. Meine Aufgabe ist es, die hart gekochten Eier zu schälen.
Da hatte ich nun die Schalen von 20 Eiern vor mir liegen. In der einen Schale fiel mir die innere Haut auf, die einer Eisfläche ähnlich sah. Und da war sie da, die Idee. Habe ich nicht kürzlich bei meinen ganzen Figuren ein Eislaufpaar gesehen? Leider war die Haut nicht sehr stabil und ist schnell gerissen. Aber das kann man doch lösen. Mit transparenter Folie und Silberpapier war schnell eine stabilere "Eisfläche" hergestellt.
Eiskunstlauf ? - oder Ei-Kunstlauf ? Diese Wortspielerei ging am nächsten Tag mit dem Frühstücksei weiter: Das Ei wird im Eierbecher aufgebrochen - da waren sie, die Ei-Brecher. Und abends in der Sportschau wurde von Malaika Mihambos Weitsprung berichtet - schnell wurde daraus Malaikas Eisprung. Und so ging es weiter.
Letzte Woche, als ich die Eier anlässlich einer Modellbauausstellung präsentierte, kamen zwei Mädchen zu mir und gaben mir einen Zettel mit weiteren Ei-Ideen. Ist das nicht herrlich? Ich denke, die Idee mit dem Ei (n) horn werde ich umsetzen.
Fulda feierte 2019 das 1275-jährige Stadtjubiläum. Zum Jahreswechsel 2018/-19 beratschlagte ich mit demörtlichen Modellbahnhändler Wolfgang Bohn, was man zum Jubiläum für ein eindrucksvolles Modell für das Schaufenster bauen kann. Am 18. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Fulda, das wäre ein Thema. Wolfgang, ein Autofan, dachte an ein Diorama mit dm Papst im Papamobil, damals ein 600er Mercedes. Ich habe damals aber die vielen Menschen auf dem Domplatz gesehen und hatte das Bild in Gedanken vor mir. Aber wie? Den Dom gibt es nicht als Modell. Gibt es von den Modellhäuser Herstellern eine ähnlich Kirche? Kaum!
Zuerst habe ich ausgerechnet, wie hoch und breit der Dom im Maßstab 1:87 sein muss:
65m : 87 = 0,747 also knapp 75cm hoch.
Fotos habe ich am späten Vormittag gemacht, als die Sonne von der Seite auf den Dom schien, aber auch bereits Schatten an den hervorstehenden Mauerteilen erzeugte. Dadurch konnte ich eine gewisse Tiefe erzeugen.
Bei Google-Earth habe ich mir den Domplatz von oben angeschaut und vermessen. 110 x 110 cm wird das ganze Diorama, ganz schön groß, wenn es dauernd in der Küche rumsteht.
Auf einem 10x10cm Quadrat habe ich ausprobiert, wieviele Figuren darauf passen. Auf die ganze Fläche bräuchte ich also 10-12.000 Figuren. Aus Kostengründen kamen da nur unbemalte Figuren in Frage. Mit Freunden und Bekannten haben wir uns abends im Café Glück getroffen und haben Figuren bemalt. Auch die Enkel halfen tüchtig mit. Sehr eng zusammenstehend mussten die Figuren nicht exakt bemalt weden. Bei dieser Menge konnte die Bemalung sehr grob sein. Lediglich an den Rändern und an besonders markanten Stellen waren detailliert bemalte Figuren erforderlich.